Babyphone und Plötzlicher Kindstod

Vor nichts anderem haben junge Eltern so viel Angst wie vor dem Plötzliche Kindstod bzw. SIDS (Sudden Infant Death Syndrome). In Deutschland sterben jährlich etwa 150 bis 300 Säuglinge und Kleinkinder am SIDS. Noch immer suchen Wissenschaftler nach der genauen Ursache für den plötzlichen Tod augenscheinlich kerngesunder Kinder. Durch Aufklärung hat sich die Zahl der Fälle in den letzten Jahren deutlich verringert. Viele Eltern glauben, dass sie ihre Kinder mit einem speziellen Babyphone, z.B. mit den Geräten von Angelcare, die u.a. mit Matten zur Atemüberwachung arbeiten, schützen können. Viele Ärzte und Experten sind jedoch davon nicht überzeugt und sehen in den Geräten allenfalls eine trügerische Beruhigung für die Eltern. Einige raten ganz von den Geräten ab, weil sie die Eltern in eine Art permanenten Alarmzustand versetzten.

Wie Babyphones Schutz vor SIDS bieten wollen

Wenn sich frischgebackene Eltern über das Thema Plötzlicher Kindstod informieren, stolpern sie früher oder später in Foren und Ratgebern über die Geräte von Angelcare. Die Babyphone von Angelcare sind mit speziellen Sensormatten ausgestattet, die unter der Matratze des Neugeborenen platziert werden können und hier die Bewegungen, die durch die Atmung entstehen, registrieren. Bleiben diese 15 Sekunden lang aus, wird Alarm ausgelöst. Stellt man die Geräte jedoch zu sensibel ein, registrieren sie sogar kleinste Vibrationen von in der Nähe stehenden Waschmaschinen und Trocknern.

Für einen echten Schock können Geräte sorgen, die nicht sensibel genug eingestellt sind und so regelmäßige Fehlalarme verursachen. Aus diesem Grund sind viele Ärzte und Experten auch gegen den Einsatz von Geräten dieser Art, sofern das Baby nicht eine SIDS-Risikogruppe angehört. Sollte dies der Fall sein, wird der Arzt jedoch einen speziellen Monitor verordnen. Einige Eltern gesunder Kinder ohne erhöhtes Risiko wollen aber trotzdem nicht auf die beruhigende Wirkung eines Angelcare verzichten.

Gehört das Neugeborene einer SIDS-Risikogruppe an?

Als besonders gefährdet gelten Frühgeborene (vor oder in der 33. SSW), die mit einem sehr geringen Geburtsgewicht auf die Welt gekommen sind. Auch Kinder deren Mütter während der Schwangerschaft geraucht oder Drogen konsumiert haben, haben ein erhöhtes Risiko. Haben Neugeborene bereits eine lebensbedrohliche Krise überlebt oder haben ein am plötzlichen Kindstod verstorbenes Geschwisterkind, steigt dadurch das Risiko für das SIDS an. Statistisch gesehen sind auch Kinder von sehr jungen Müttern (unter 20 Jahren) sowie Kinder Alleinerziehender überdurchschnittlich gefährdet. Schwitzt der Säugling während des Schlafs stark, kann dies ebenfalls auf ein erhöhtes Risiko hindeuten. Besteht ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Kindstod, wird der behandelnde Arzt gegebenenfalls einen speziellen Monitor verordnen, der den Herzschlag und die Atmung des Neugeborenen überwacht. Zuvor erhalten die Eltern eine genaue Einweisung in den Umgang mit dem Monitor.

Wichtige Tipps zur Vorbeugung

Statt sich nur auf ein Babyphone zu verlassen, sollten Eltern einige Tipps berücksichtigen, mit denen sich das Risiko für den Plötzlichen Kindstod deutlich verringern lässt. Als wichtigster Risikofaktor gilt das Rauchen in der Umgebung des Kindes. Passivrauchen ist für Kinder viel schädlicher als für Erwachsene. Deshalb sollte in der Wohnung und in unmittelbarer Nähe des Kindes nicht geraucht werden. Da sich die Schadstoffe bei Rauchern an den Händen und in der Kleidung absetzen, sollten vor dem Kontakt mit dem Kind die Hände gewaschen und die Kleidung gewechselt werden.

Als zweitwichtigster Faktor gilt das Stillen des Säuglings. Wenn möglich, sollte die Mutter ihr Kind mindestens sechs Monate lang stillen. Desto länger die Mutter stillt, desto geringer ist das Risiko für das SIDS. Darüber hinaus kann das Risiko durch die richtige Temperatur im Schlafzimmer des Kindes reduziert werden. Hier sollte die Temperatur nicht unter 16 und nicht über 18 Grad Celsius liegen. Im Bett sollte auf Spielzeug, dicke Decken, tiefe Kissen und Nestchen verzichtet werden. Ein weiterer, sehr wichtiger Faktor ist die Schlafposition des Neugeborenen. Ärzte und Experten raten, das Kind im ersten Lebensjahr konsequent auf dem Rücken schlafen zu lassen. Die Bauchlage erhöht das Risiko für das SIDS deutlich, da die Gefahr besteht, dass sich das Baby mit dem Kopf im Kissen oder der Matratze “vergräbt” und so erstickt. Auch Schlafen im elterlichen Bett (Co-Sleeping) gilt einigen Experten zufolge als Risikofaktor.

Hilfreich soll auch der Schnuller sein. So hat eine Untersuchung herausgefunden, dass Kinder, die mit einem Schnuller schlafen, ein bis zu 90 Prozent geringeres Risiko für den plötzlichen Kindstod haben als Kinder, die ohne Schnuller schlafen. Offenbar kann der Schnuller sogar andere Risikofaktoren wie z.B. eine rauchende Mutter kompensieren.

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